Atlantik Tag 24

Jetzt ist wirklich wirklich ganz sicher Endspurt! 😂👍

Morgen noch der halbe Tag und der Rest von heute.

Mit ist aufgefallen das der Mond 🌒 hier anders aussieht. Er nimmt nicht von rechts nach links zu und ab, sondern von unten nach oben (glaube ich). Wenn man genau darüber nachdenkt, ist das auch logisch, weil wir uns fast am Äquator befinden. Da sich der Mond auf der Drehachse der Erde befindet, läuft auch der Erdschatten parallel zum Äquator. In Deutschland sehen wir den Mond aus einem anderen Winkel, was dazu führt dass wir ihn etwas gekippt sehen. Um so mehr, je weiter wir vom Äquator entfernt sind. Auf der Südhalbkugel wird es entsprechend anders herum sein.

#DingeDieSichMitEinerFlachenErdeNichtErklärenLassen

Atlantik Tag 23

Jetzt ist wirklich wirklich Endspurt. Wir trimmen unsere Segel schon so, dass wir Dienstag Morgen auf Martinique ankommen. Eine neue Bucht oder Hafen bei Nacht anzulaufen, die/den man nicht kennt, macht keinen Spaß. Die ganze Bucht wird auch sehr voll sein mit anderen Booten. Und Untiefen gibt’s auch. Das wollen wir nicht im Dunkeln rein!

Wir haben guten Wind. Dafür sch… Wellen. Immer wieder wird das Boot von links nach rechts geworfen und zurück. Dabei kann man nicht vernünftig schlafen. Auch alles andere wird zur Geduldsprobe. Stellt euch voll, alles rutscht weg oder fällt um. Alles!!! Jetzt willst du eine Zwiebel schälen. Du nimmst deine Zwiebel, ein Messer, ein Schneidbrett und eine Schüssel. Du fängst an die Zwiebel zu schneiden, dann rutscht die Schüssel für die fertigen Zwiebeln von Tisch und fällt auf den Boden. Dann hebst du die Schüssel auf, während du das Schneidbrett und Messer mit der anderen Hand festhälst. Dann rollt die Zwiebel weg. Kaum hat du diese eingefangen, fliegen die Zwiebelschalen mit dem Wind davon. Das geht die ganze Zeit so weiter! 🤬😤

Schönen 3. Advent

Plötzlich waren es nur noch 260sm bis zum Ziel. Wir rechnen mit unserer Ankunft auf Martinique im laufe des Dienstages. Bisher sind seid La Gomera bereits 2600sm vergangen.

Schönen 3. Advent zusammen!

Martin & Jens

PS: Wie gefällt euch unserer Weihnachtsbaum?

Atlantik Tag 22

Nach unseren damaligen vorsichtigen Planungen hatten wir am Tag 21, also gestern oder heute, ankommen können. Nach den was wir jetzt wissen, war das zwar möglich, aber schon optimistisch. Vor allem werden wir mit dem weiten Bogen an den Kanarischen Inseln inzwischen über 3000sm statt der geplanten 2700sm gefahren sind. Dafür liegen wir gar nicht so schlecht in der Zeit!

Das angesagte Flaute Gebiet haben wir sogar besser durchquert als gedacht. Es war zwar unserer schlechtestes Etmal mit 80sm, aber wir hatten sogar mit noch weniger gerechnet. Jetzt ist der Wind auch mehr als ordentlich zurück und wir fliegen fast nur so durchs Wasser.

In den letzten beiden Nächten hat sich am Sternenhimmel ein wahres Schauspiel gezeigt. Sternenschnuppern, die Geminiden, im Sekundentakt. An wolkenlosen Nächten ist der Himmel sowieso atemberaubend schön, da es tatsächlich keine Lichtverschmutzung gibt. Die Sternschnuppen sind da noch das Sahnehäuptchen. Leider kann ich euch vom wackelnden Boot keine Bilder vom Sternenhimmel machen.

P.S.: Jens hat vor einigen Tagen aus Langeweile mit sich selbst das Gesellschaftsspiel ‚clever hoch 3‘ gespielt. 😄 So weit ist es schon.

Atlantik Tag 20

Das Wetter der letzten Tage lässt sich mit zwei Worten beschreiben: ’sehr unbeständig‘! Tagsüber meist Flaute und nachts Flaute abwechselnd mit Squalls und Starkregen. Richtig gut vorwärts kommt man damit nicht und es belastet die Moral der Crew. Heute werden wir um 12h unseren mit Abstand schlechtestes Etmal abliefern.

Die Flaute können wir nicht mehr motoren, da wir kaum noch Diesel haben. Die Vorräte gehen zur Neige und frisches Obst oder Gemüse gibt’s schon länger nicht mehr.

Die Stimmung ist entsprechend gedrückt. Dabei wollen alle einfach nur noch ankommen! Endlich wieder an Land gehen, endlich wieder die Füße vertreten und was anderes als die 30m2 des Bootes sehen.

Atlantik Tag 16

Wir sind heute Mittag unter 1000 Seemeilen (1800km) Restdistanz gekommen. 🥳 Jetzt sind es nur noch dreistellige Distanzen.

Nur noch 998,1 Seemeilen

Auch haben wir mehr als die Hälfte der Strecke zwischen Kapverden und Martinique geschafft. In Summe sind es knapp 2/3 der Gesamtstrecke. Es sind die kleinen Ziele, die und motiviert halten. 😉 Drei Wochen sind schon echt lang! Das ist wie Corona Quarantäne in extrem. Man kann ganz sicher nicht raus, nicht einmal zum Einkaufen.

Die Hälfte des Atlantik ist geschafft!

Ansonsten gibt’s nicht viel zu berichten. Die Stimmung ist gut und die Langeweile groß. Wir sind alle froh wenn wir ankommen, wieder festen Boden unter den Füßen haben und die erstbeste Strandbar plündern können. 🍹

Die suizidalen fliegenden Fische werfen sich verstärkt auf unser Deck. Leider müssen wir sie ohne gültige Fahrkarte wieder ins Meer werfen. 😄

Atlantik Tag 13.2

Leider hat mich der Blog dieses Mal keine Audio Datei hochladen lassen (obwohl es vorher schon Mal ging). 🤬 Musste erst die Audio Aufnahme in ein Video umwandeln. 🤦 Daher kommt Tag 13 etwas verspätet.

Atlantik Tag 15

Heute Nacht hatten wir unseren ersten Squall erlebt. Das sind einzelne Gewitterwolken die für kurze Zeit sehr viel Wind und Regen bringen. Das ist besonders ungünstig, wenn es nachts passiert, will wir dann einfach nichts sehen und keine Orientierung haben. Zudem ist es deutlich gefährlicher nachts aufs Deck zu gehen, wenn das Großsegel geborgen werden muss.

Manchmal kündigen sich die Squalls an, indem der Wind vorher deutlich nachlässt oder plötzlich die Richtung ändert. Wenn man die Vorboten rechtzeitig erkennt, kann man vorher entsprechende Maßnahmen treffen. Zum Glück hatten wir bei unseren ersten beiden Begegnungen heute nach eh nur minimale Besegelung drauf.

Natürlich ist es jetzt an Morgen, wo wir wieder was sehen und alle wach sind, ruhig. 🤦 Mal sehen was uns die nächsten Tage noch bringen.

Das ‚überall‘ Internet 🛰️

Vielleicht ist es euch aufgefallen, vielleicht auch nicht. Ich habe es glaube ich auch schon Mal erwähnt: Wir haben selbst auf dem Atlantik Internet!

Die nächste Insel ist 1000km entfernt, und das nächste Festland 1800km. So weit reicht das Mobilfunknetz natürlich nicht. Wir haben aber auf Gran Canaria noch eine Starlink Antenne montiert. Damit haben wir Internet über Satellit fast wie Zuhause (bzw. teilweise sogar besser). Satellitenkommunikation gibt es schon lange. Bisher war es aber immer sehr teuer. Je nach Vertrag kommen neben der Grundgebühr im dreistelligen Bereich noch immense Gebühren für Minuten oder Kilobyte dazu. Zudem war die Datenverbindung so extrem langsam, das ein spezieller komprimierter Wetterbericht von nur wenigen hundert Kilobyte eine halbe Stunde für den Download braucht. Das ist so langsam wie ein Fax vor 30 Jahren. Und es hat trotzdem 100-200€ je Monat gekostet!

Mit Starlink haben wir jetzt eine Flatrate mit ca. 180Mbit. Das ist dreimal schneller als der Abschluss den ich Zuhause habe! Das reicht locker! für Videotelefonie, Netflix und Co. Dabei kostet es nur ca. 100€ im Monat (je nach Tarif). Für Internet auf den Meeren kommen nochmals 2,50€ je GB dazu. Im Vergleich zu den alten langsamen Anbietern ist das aber wirklich günstig.

Ich weiß um die Probleme mit Starlink und ihrem Chef Elon Musk und die Lichtverschmutzung der Satelliten am Nachthimmel. Aber das ein privates Unternehmen es schafft so etwas in so kurzer Zeit aufzubauen, ist schon beeindruckend. In Deutschland schaffen wir nicht einmal die niedrigen Mindeststandards für Internetausbau. Die Telekom blockiert den Glasfaserausbau. Und für die Bundesregierung ist Breitband Internet noch immer Neuland. In meinem Elternhaus sind mehr als 16Mbit per DSL nicht möglich, und ich habe gerade das zehnfache auf dem Atlantik! Irgendwas stimmt daran doch nicht.

Das rechteckige ist unsere Starlink Antenne

Glückwunsch, wenn du es bis hierher geschafft hast. Mal ein etwas technischer Beitrag. Aber, zumindest für mich, sehr interessant.